Regionalligist FC Carl Zeiss Jena verliert Berufung vor Sportgericht wegen KI-Halluzinationen
Der Fussball-Regionalligist FC Carl Zeiss Jena muss eine Strafe von 18.400 Euro zahlen – trotz Berufung. Das Sportgericht des Nordostdeutschen Fußballverbands (NOFV) wies den Einspruch zurück. Anlass war der Einsatz von Pyrotechnik durch Jena-Fans beim Derby gegen Rot-Weiß Erfurt.
Bemerkenswert: Das Berufungsschreiben umfasste ungewöhnliche 73 Seiten. Bei der Prüfung stellte sich jedoch heraus, dass viele zitierte Urteile und Quellen gar nicht existierten oder falsch wiedergegeben wurden. Der Vorsitzende Richter sprach von einem Sammelsurium unverifizierbarer KI-Halluzinationen: „Es war relativ einfach, die Rechtsquellen zu prüfen. Wenn dann mehrfach festgestellt wird, dass diese Quellen nicht stimmen, dann liegt es nahe, dass man nicht den Fehler machen sollte, alles von ChatGPT ungeprüft für bare Münze zu nehmen“.
Der Verein erklärte, das KI-Dokument sei bewusst als satirischer Protest gegen die ihrer Ansicht nach überbordende Bürokratie der Sportgerichtsverfahren eingereicht worden. Geschäftsführer Patrick Widera sprach von einem Versuch, die „Absurdität der Verfahren“ sichtbar zu machen.
NOFV-Präsident Hermann Winkler zeigte wenig Verständnis. Zwar könne man satirische Ansätze unterhaltsam finden, betonte er, doch stünden für die Vereine die Verantwortung und Sicherheit – gerade beim Thema Pyrotechnik – im Vordergrund.
Einziger Teilerfolg: Der ursprünglich verhängte 20-Prozent-Aufschlag wurde gestrichen. Somit bleibt es bei einer Geldstrafe von 18.400 Euro. Für die Sportgerichtsbarkeit ist der Fall formal beendet, da keine weiteren Rechtsmittel eingelegt werden können.






