Legal Tech Nachrichten

Baden-Württemberg und Hessen führen KI-Tool „JANO“ zur Urteils-Anonymisierung ein

Die Justiz in Baden-Württemberg setzt ab sofort auf ein neues KI-gestütztes Werkzeug zur Unterstützung bei der Anonymisierung gerichtlicher Entscheidungen. Die Anwendung mit dem Namen „JANO“ (Justiz-Anonymisierung) durchsucht Urteile automatisiert nach personenbezogenen Informationen wie Namen, Geburtsdaten, Adressen oder Grundstücksangaben und schlägt diese zur Schwärzung beziehungsweise zum Ersetzen vor. Bisher mussten solche sensiblen Daten vollständig von Justizbeschäftigten manuell geprüft und anonymisiert werden.

In Baden-Württemberg steht das Tool zunächst den Zivilabteilungen aller Oberlandes-, Land- und Amtsgerichte zur Verfügung; Straf- und Fachgerichte sollen zeitnah folgen. Die KI-gestützte Unterstützung sei ein „zeitintensiver Vorgang, den wir jetzt erleichtern“, sagte Justiz- und Migrationsministerin Marion Gentges und verwies auf den gesteigerten Schutz der Verfahrensbeteiligten bei der Veröffentlichung von Entscheidungen.

Entwickelt wurde „JANO“ in gemeinsamer Arbeit von Angehörigen der Justizbehörden aus Baden-Württemberg und Hessen – unterstützt von einem IT-Unternehmen. Die Vorschläge der Software müssen weiterhin von Beschäftigten geprüft und freigegeben werden, sie ersetzen also nicht die menschliche Entscheidung. Hessens Justizminister Christian Heinz und Gentges betonten die gute Zusammenarbeit beider Länder bei der Modernisierung der Justiz und dankten den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die das Projekt ermöglichten.

- WERBUNG -